Reise in Bolivien

 

Hier einige Bilder von unserer gemeinsamen Reise quer durch Bolivien:

 

PICT0040 Auf dem Weg nach Sucre

PICT0080 Auf dem Pujllay in Tarabuco

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PICT0089 PICT0108 In Sucre

PICT0134Als Mineros in Potosí

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PICT0158Auf dem Weg nach Uyuni, vorbei an Lamahorden

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PICT0200Lokfriedhof in Unyuni /Salar de Uyuni

PICT0207 PICT0236Auf dem Salar PICT0265 PICT0304Unterwegs zwischen den Lagunen PICT0327 PICT0352Geysire PICT0381Grafitti in Tarija PICT0407Schwein vom Kreuz essen mit bolivianischem Wein Zurück in CamiriUnd zurück in Camiri

In Camiri

2013, nach 4 Monaten auf dem Dorf, habe ich begonnen in Camiri zu arbeiten.  Vieles ändert sich hier für mich, nicht nur dass ich eine Dusche und ein Klo habe, sondern auch dass ich jetzt mit den anderen Freiwilligen zusammen wohne. Zurzeit sind wir hier in Camiri fünf Freiwillige, die alle in unterschiedlichen Schulen bzw. Arbeitsstellen arbeiten.

Bis ich allerdings sicher wusste, wo und wann ich denn arbeite, vergingen noch ein paar Wochen. Zum einen hat sich mein Stundenplan in meiner neuen Schule immer wieder geändert. Unter anderem deswegen weil die Lehrer sich gestritten haben wer mir die letzte Stunde abgeben darf um früher heim zu gehen. Das macht mir jedoch nichts aus da ich so auch mal etwas länger schlafen kann.  Das ist eben die bolivianische Mentalität, kein Stress bei der Arbeit und Hauptsache es wird irgendwann erledigt.

Nun ist es mittlerweile aber schon Mitte April und ich bin gut eingearbeitet und komme mit meinem Unterricht gut voran. Vormittags arbeite ich an einer Schule als Englischlehrer. Anders als an den meisten Schulen hier, gibt es hier in „Imbochi“ noch keinen Englischlehrer. So habe ich meinen eigenen Stundenplan, meine Klassen und ich habe die Freiheit die Unterrichtsstunden größtenteils selbst zu gestalten. Insgesamt habe ich sechs Klassen,  die ich unterrichte.  Jeweils zwei mal 40 Minuten pro Woche. „Imbochi“ ist etwas außerhalb von Camiri, weshalb ich jeden Morgen 40 Minuten laufe, zurück aber mit dem Taxi fahre. Insgesamt sind hier auch nur 75 Schüler eingeschrieben, meine kleinste Klasse besteht aus 3 Schülern. Trotzdem ist es sehr wichtig hier zu helfen, da sonst kein Englischunterricht stattfinden würde. Die Schüler kommen alle vom Land und deshalb teilweise aus ärmlichen Verhältnissen. Deshalb gibt es entweder ein sehr reichhaltiges Frühstück in der ersten großen Pause oder ein Mittagessen in der zweiten großen Pause. Die Schüler müssen dafür nichts bezahlen.

04 Camiri Schule 2

04 Camiri Schule 3

04 Camiri Schule 4

Mittwochmittags habe ich keine Stunden in der Schule, deshalb gehe ich schon ab 10:30, anstatt um 2 Uhr mittags  in das „P.E.N.A.D.E.R“, das aus dem centro Aleman entstanden ist. Hier arbeiten auch bolivianisch Freiwillige, die jeweils ein Jahr in Deutschland waren und nun hier als Freiwillige arbeiten. Wir helfen hier den Schülern, die entweder vormittags oder nachmittags keine Schule haben, mit den Hausaufgaben. Um 12 gibt es dann ein gutes Mittagessen mit Suppe und Hauptspeise für die Kinder. Danach werden weiter Hausaufgaben gemacht oder gespielt.  Insgesamt hat es hier  Platz für 55 Kinder. Unterstützt wird dieses seit 2013 laufende Projekt von der deutschen Partnerorganisation. So ist genug Geld für Essen und Ausrüstung im neuen Haus da.  Im Penader finden auch öfters Events für die Kinder statt, wie etwa der „dia de los ninos“ (offizieller Kindertag). An diesem Tag gab es neben vielen Spielen auch wieder Essen und Torte für alle Kinder.

Beim Spielen:

Reise nach Camiri

 

Nach dem Spielen

mit Pinata:

Pinata

Gruppenbild:

Schüler und Leherer

Freitags arbeite ich auf der „granja nino Jesus“ und verdiene mir mein Wochenende.  Ab 7 Uhr morgens geht’s los. Meistens wird Futter für die Tier gemäht und zwar mit der Machete. Das ist echte Knochenarbeit. An guten Tagen werden Zäune repariert, Kühe gemolken oder sogar mal Schweine geschlachtet oder kastriert. Zurzeit arbeitet noch Manuel auf der Farm, der ab Mai jedoch wieder weg ist. Deshalb ist Miguel meistens alleine und muss all die Arbeit alleine machen, was fast nicht richtig zu schaffen ist. Miguel hat die Farm sozusagen gepachtet, von Nonnen die einen „Kinderhort“ betreiben den die Farm mit Fleisch, Milch und Sonstigem  versorgt.  Die Arbeit auf der Farm ist eine gute Abwechslung zu all dem Englisch und den Hausaufgaben von Montag bis Donnerstag. So kann man frei im Kopf und erschöpft ins Wochenende gehen.

Die Farm:

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Beim Zaun bauen:

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und die Schweinchen:

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Peru 2012/2013

Auf meiner Reise über die Weihnachtszeit war ich ungefähr 110 Stunden in Bussen unterwegs. In Peru kein Problem, denn hier hat man sogar eine Stewardess  und Snacks. Sobald man allerdings zurück nach Bolivien kommt, ist die Sache schon unbequemer. Etwas Gutes hat das Busfahren jedoch auch: Man bekommt die wunderschöne Landschaft Südamerikas zu Gesicht.

Zuerst ging es nach Weihnachten auf nach La Paz, der höchstgelegenen Großstadt der Welt. Allerdings nicht meine Lieblingsstadt hier in Bolivien.  Von dort aus dann mit dem Bus über die Grenze um endlich nach 24h in Lima anzukommen.  Schnell ans vermisste Meer, war das Ziel. Zum Glück nicht direkt in Lima, sonder in „Punta Hermosa“ in einem Hostel perfekt für mich. Viel Ruhe, Surfbretter und viele nette Leute. Geplant war hier über Silvester zu bleiben und ein bisschen zu entspannen. Ein bisschen surfen und am Strand liegen.

Strandfeuer

Strandfeuer

GeorgiundIch

Georgina und Ich

Surfen

Dann kam auch schon Silvester, welches wir am Strand mit einem tollen Feuerwerk verbracht haben.  Punta Hermosa ist perfekt zum surfen, da man hier in jede Richtung nur ungefähr 5km zu fahren braucht und schon hat man Strände genug und so haben wir die Zeit noch ein wenig ausgedehnt auf 2 Wochen. Definitiv eine gute Entscheidung.

Silvester im Hostal:

Silvester_Hostal

 

SilvesterHostal2

Silvester2

Schließlich ging es dann aber doch auf nach Cusco, der Stadt der Inkas.  Mal wieder 22 Stunden im Bus und 3000 Höhenmeter rauf, dennoch gute Laune. Auch wenn das Wetter nicht so ganz mitspielt ist die Stadt richtig beeindruckend. Mit Pulli erst einmal alleine die Stadt erkunden, da die beiden Mädels etwas krank waren. Hat sich gelohnt, so konnte ich die Ruhe genießen und alles auf mich wirken lassen. Abends noch Glück gehabt beim Essen, ein kleines Restaurant, indem Alpaca serviert wurde. Und dies auch noch günstig.

Cusco:

Cusco

Cusco 2

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Natürlich will man auf jeden Fall nach Machupicchu, wenn man schon einmal in Peru ist. Gleich am ersten Tag haben wir eine „günstige“ Tour gefunden. 100 Dollar weniger und noch mit Schlaf in den Augen geht es morgens los. Eine lange Fahrt 6-7 Stunden, bringt einen nach  „Hidroelectrica“. Von dort aus noch einmal fast 3 Stunden laufen( da Zug 50 Dollar extra kostet) nach“Aguas caliente“, um dort zu übernachten.  Heute ist Machupicchu leider schon richtig überlaufen von Touristen aller Art. Deshalb gehen wir schon um 4 Uhr morgens los um diesen Massen zu entgehen. Schon wieder laufen, dieses Mal 1 ½ Stunden den Berg hoch, während viele Andere mit dem Bus fahren und den „Gringo“ markieren. Die Anstrengung lohnt sich allerdings sehr, denn die ersten 10 Minuten ohne viele Touristen sind sehr beeindrucken. Danach allerdings fühlt man sich mittlerweile wie auf Mallorca. Schade, denn zur Inka-Zeit war dies eindeutig einer der ruhigsten und schönsten Plätze für eine Stadt.

Machupicchu:

Machupicchu4

Machupicchu

Machupicchu3

Machuoicchu2

Da das Wetter in Cusco nicht so richtig mitspielen wollte, hielten wir uns auch nicht länger wie möglich dort auf und nach einer kurze weiteren Stadtbeschauung ging es weiter zurück nach Bolivien. La Paz ruft. Auf dem Plan stand für mich auf jeden Fall die „Deathroad“, die gefährlichste Straße der Welt. Gleich am zweiten Tag, nach einem der besten Filme, die ich je gesehen habe „Der Hobbit“, geht es los. Den Berg hinauf über einen Pass bis zum Ausgangspunkt der Tour auf 4700 Metern. Runter ging es bis auf 1200, das heißt 3500 Meter Downhill mit dem Fahrrad. Heute ist die „Todesstraße“ eher nur noch eine Touristeninformation, denn für den Verkehr wurde schon eine neue Straße gebaut, die weitaus ungefährlicher ist. Früher starb fast jeden Tag ein Reisender auf dem „el camino de la muerte“. Das schlimmste Unglück geschah, als am 24. Juli 1983 ein Bus abstürzte und 100 Passagiere mit in den Tod riss. Ein lohnendes Abenteuer, auch wenn   man ziemlich sicher sein kann nicht in den Tod zu stürzen.

Die „Deathroad“

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Deathroad

Lago Titicaca:

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Nach einem weiteren Tag in La Paz, war meine Reise auch schon zu Ende und es ging für mich ab nach Santa Cruz und dann nach Camiri um dort meine neue Arbeit aufzunehmen. Dazu später mehr im dritten Teil.

Viel Spaß beim Lesen.

 

Weihnachten2012

So, so langsam ist es endlich mal wieder Zeit für einen neuen Blogeintrag! Es ist jetzt schon März und ihr habt seit Weihnachten nichts mehr von mir gehört. Im folgenden Bericht erfahrt ihr mehr über mein Weihnachten in Bolivien, Silvester in Peru  und meiner neuen Arbeit in Camiri. Leider habe ich noch nicht alle Bilder gesammelt, diese lade ich dann einfach später hoch. Also viel Spaß beim Lesen und anschauen, es wird awesome:

Alles begann mit einer Schnapsidee über Weihnachten nach Alcala, einem kleinen Dorf bei Sucre, zu fahren um dort Weihnachten mit den Freiwilligen dort und Rider zu feiern.  Entstanden ist die Idee bei unserem Zwischenseminar im Dezember.  Realität geworden, als ich erfahren habe, dass unser   Chef zu uns nach Camiri kommen wird.  Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass dies eine der besten Entscheidungen in meiner bisherigen Bolivienzeit war.

Wie immer ging es mit dem Bus über die Todesstrecke auf in Richtung Sucre, nur eben bis Alcala, das auf dem Weg liegt. Dort angekommen erfahre ich, dass vor Weihnachten vom 21-23.12.2012 ein großes Fest stattfindet, welches jedes Jahr von einer anderen Familie ausgerichtet wird. Kurz gesagt bedeutet das hier jeden Tag viele, viele Kellen Chicha (Maisgetränk mit etwa 5% Alkohol),  Pollo picante, Pferderennen, Stierkampf, Hahnenkampf und natürlich alles umsonst.

Chicha Simon

 

–>Beim Chicha trinken, gibts nur in 250 Liter Faessern 🙂

 

 

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–> Dynamit sprengen, alles normal in Bolivien…

 

 

Reiten Alcala

 

–>Beim Reiten

 

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–>Ein paar Lieder schmettern mit dem coolsten Don.

Der 24te war alles andere was man in Deutschland als weihnachtlich versteht, bolivianisch eben.  Bei etwa 30 Grad in der Sonne ging es auf einem Jeep und viel Bier im Gepäck auf zum Fluss um zu baden und zu grillen. Auch wenn uns noch immer der Snack zum Film „Ted“ von morgens   im Magen lag, hatten wir viel Spaß uns das wie immer gute Grillfleisch schmecken zu lassen.  Das Grundstück auf dem der Fluss floss, gehört der Familie, die uns zu dem allem hier eingeladen hat. Hier wird einmal ein Haus in mexikanischem Stile + Golfplatz entstehen. Eine Rarität hier in Bolivien. Sehr nette und spendable Leute, wie eigentlich alle in Bolivien ganz unabhängig von Geld und Stellung. Abends gab es dann doch ein Weihnachtliches Essen(+Plätzchen) unter dem geschmückten Baum. „Picana“ ist im Grunde Pollo, also Hühnchen mit einer Soße aus Rotwein und Chicha. Sehr lecker! Am Abend ist es hier unter den Jugendlichen Tradition sich bei einer Party zu versammeln und die Nacht durchzufeiern.  Am Morgen, sobald die Sonne aufgeht, tanzen alle begleitet von Gitarre, Charango und Flöte durch das Dorf um alle aus dem Schlaf zu rütteln. Danach heißt es erst einmal schlafen bis mittags. Auch an diesem Tag hieß es ab auf den Jeep, zum Baden fahren.  Nur dieses Mal nach Sopachuy einem kleinen Dorf, welches mit dem Bus 2 Stunden entfernt liegt. Normalerweise, doch so wie Don Antonio zu fahren pflegt war die Strecke in einer halben Stunde bewältigt. Echt schön ist es hier, zwei Flüsse die zusammen fließen umringt von kleinen Bergen.  Nach einer kurzen Erfrischung werden dann ein paar Alcala T-Shirts ausgeteilt um etwas Promo zu machen. Am 25ten tanzen hier verschiedene Tänzergruppen durch die ganze Stadt. Auch wir werden Teil von einer(Bilder folgen). Durch Straßen, über die Plaza und in Häusern wird getanzt. In jedem Haus in dem man tanzt gibt es eine kleine alkoholische Erfrischung, wie auch sonst in Bolivien. Dem entsprechend  hat unsere Gruppe möglichst viele Häuser abgeklappert. Je besser man tanzt, desto mehr wollen die Leute sehen. So kam es dass ich am Ende Purzelbäume, oder besser „Flugrollen“ auf der Plaza hingelegt habe. Ein ganz anderes, aber sehr cooles Weihnachten. Solange man sich auf die hiesige Kultur einlässt.

Am 26ten ging es auf nach Peru, aber dazu mehr im zweiten Teil.

Viel Spaß beim lesen.

Eine Woche in Machareti

Montag noch schnell Mittagessen in Camiri, dann Sachen packen und ab nach Macharetí. Normalerweise benötigt man 1 ½ Stunden mit einem Trufi (Taxi für bis zu 7 Personen). Man zahlt ungefähr 3,50 für die Fahrt, was in Bolivien recht viel ist. Der Bus kostet nur 3 Euro, ist aber langsamer und fährt nur abends und morgens. Die Straße ist relativ gut ausgebaut, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass man über diese Straße auch zur argentinischen Grenze kommt. Der Fahrer schmeißt mich freundlicherweise direkt vor dem Internat raus, in dem sich mein Zimmer befindet. Nun noch schnell die Sachen auspacken und ab zur Arbeit. Montag, Mittwoch und Freitag unterrichte ich Englisch im “Casa de Cultura“ . Aber nicht heute. Wie so oft findet eine „Reunión“ statt, die die Bibliothek in Anspruch nimmt in der ich arbeite. Um sechs Uhr gibt es wie immer Tee, bei meinem Gastgeber Marcel. Er ist Bolivianer und der Direktor der Schule, an der ich abends unterrichte. Doch dies nur Mittwoch abends um 9:00-10:00 und Donnerstag abends von 8:00-9:00. Der Rest der Woche haben die Schüler zum Beispiel Computerunterricht, „Basteln“, Erdkunde oder Sozialunterricht. Alle von ihnen haben noch keinen Schulabschluss und gehen deshalb in die Abendschule um diesen nachzuholen. Meine Schülerrinnen sind alles nur Frauen im Alter von 17 bis 35.

– Warum?- weil sie beinahe alle schon im frühem Altern Kinder bekommen haben und deshalb nicht in die Schule konnten. In Bolivien passiert dies erschreckend vielen Frauen         (Oft schon im Alter von 14 oder 15 Jahren!). Das komische dabei ist, dass die meisten gar nicht wussten wie ihnen geschieht und warum sie plötzlich schwanger sind. Meist haut der Vater dann vor oder nach der Geburt ab.  In der Schule wird kein, oder wenn doch nur selten Sexualunterricht gegeben. Die meisten benutzen zudem kein Kondom, sonder versuchen in vielen Fällen über die Temperatur der Frau herauszufinden, wann sie schwanger werden kann und wann nicht.  Bis jetzt sehe ich auch keine Bemühen, diesen unwissenden Zustand zu beenden.

Montags und Dienstags habe ich abends Gitarrenunterricht und danach Tanzunterricht. Hier lerne ich ein paar traditionelle Tänze, die hier im Chacotiefland getanzt werden. Diesen Montag allerdings stehe ich vor verschlossenen Türen. Zu meiner Freude erfahre ich allerdings, dass diesen Abend ein Traditionsabend stattfindet. Um acht Uhr. Nach dem Abendessen, das ich auch bei Marcel und seiner Frau bekomme, mache ich mich also auf um dem Traditionsabend zu besuchen. Doch wie so oft in Bolivien ist noch fast niemand da. Die meisten Leute treffen erst eine halbe Stunde bis Stunde später ein. Dies hätte ich mir allerdings denken können, da in Bolivien Standard. Ein wenig später beginnen dann die Vorstellungen von Schülern der Schulen vor Ort, oder im Bezirk Macharetí. Zuerst ein paar Musikstücke solo, oder auch im Duett. Danach Traditionstänze, teilweise mit eingebauten Witzen. Insgesamt ein sehr schöner Montagabend.

Dienstags und Donnerstags unterrichte ich mittags im „Casa e cultura“ Gitarre. Normalerweise kommen um die 3 Schüler am Tag. Macharetí ist sehr „tranquilo“ –ruhig-, so beschreiben es auch die Machareteṅos. Manchmal kann dies auch ziemlich langweilig werden, da kann ich mich dann auf meinen Gitarrenunterricht abends freuen. Doch auch heute fällt dieser wegen Festlichkeiten aus. Die Provinz Louis Calvo, in der Macharetí liegt wird 65 Jahre. Alle Schüler der verschiedenen Schulen haben an diesem Tag Laternen mit den Farben der Provinz gebastelt. Ich bekomme auch eine und so kann ich auch an dem Fest teilnehmen. In 3er Reihen laufen wir einmal um die Plaza, jede Schule schön angeordnet. Vorne und hinten Soldaten, natürlich auch mit Laternen. Auf der Bühne sind Ehrengäste aus Politik und Militär, die ihre Glückwünsche aussprechen. Ab 11 Uhr spielen dann Bands aus der Umgebung, ich bleibe bis zur letzten Band, die bis um 2 Uhr Nachts spielt. Erst am nächsten Morgen merke ich, dass dies vielleicht ein Fehler gewesen sein könnte, da ich mich um 8 Uhr wieder mit allen treffen muss. Dieses Mal im weißen Hemd und langer Hose. Noch einmal muss ich die ganze Zeremonie aus Militärparade und Gerede durchstehen. Dafür bekomme ich diesen Mittwochmittag frei und kann somit mit Marcel ein paar kühle Bier schlürfen. Abends unterrichte ich dann wieder für eine Stunde und darf dann endlich wieder ins Bett. Am Donnerstag ist dann alles wieder normal, mittags Unterricht im Casa und abends an der Schule. Zum ersten Mal in meinem Leben, darf ich Schüler mit einem Examen nerven. Auch wenn ich für heute nur einen Wörtertest erstellt habe macht es trotzdem Spaß, mal auf der anderen Seite zu sein. Nach dem Unterricht erfahre ich dann, dass eine meiner Schülerinnen heute Geburtstag hat. Beim gratulieren werde ich dann eingeladen und wir feiern ein bisschen mit Wein und Bier. Auf jedem Fest hier wird Alkohol getrunken und man kommt noch nicht einmal drum herum. Man wird auf einen Schluck eingeladen, muss dann nachschenken und sucht sich dann jemanden Neuen zum einladen aus.  So geht das den ganzen Abend hin und her, bis die meisten Gäste gehen.

Freitag ist nie sehr viel los in Macharetí. Viele sind schon bei ihren Familien oder über das Wochenende weg gefahren. Auch ich habe nur noch nachmittags Unterricht und nichtmehr viel zu tun. Deshalb fahre ich auch meistens freitagabends mit dem Bus nach Camiri um der Langeweile am Wochenende hier zu entgehen.

Dieses Wochenende habe ich besonders Glück. Die Kumpels von unserem Mitbewohner Rider haben ein Motorrad ausgeliehen. Da ich auf jeden Fall lernen will Motorrad zu fahren, ergriff ich gleich die Chance und lies es mir beibringen. Hier in Bolivien ist das nicht so da große Problem als Anfänger Fahrstunden von irgendwelchen Leuten zu nehmen. Schließlich kann man sich den Führerschein für etwas Geld kaufen, ohne eine Fahrschule zu besuchen. Eine solche habe ich auch noch nicht gesehen….

 

Auf Bald!

Über Party in Santa Cruz und Fisch in Villa Montes

Leider habe ich nicht genug Zeit meinen Blog up-to-date zu halten, bemühe mich allerdings darum.  Ich freue mich schließlich auch euch mehr über Bolivien, die Leute und die Kultur mitteilen zu können. Vielleicht kann ich auch den einen oder anderen von euch inspirieren, sei es zu reisen  oder auch die Entscheidung zu treffen ein Weltwärtsjahr  in einem fremden Land zu verbringen.

Nach getaner Arbeit in Macharetí ging es Freitag (19.10) los nach Santa Cruz, der größten Stadt in Bolivien mit ihren 1,3 Millionen Einwohnern.  Mit dem Bus braucht man von Camiri aus etwa 5 Sunden für die wenigen 300 Kilometer. Das war allerdings jedem egal, da man immerhin die Landschaft bewundern kann, die an einem vorbeizieht und die Vorfreude schon riesig war. 8 Uhr abends, endlich angekommen. Nun noch schnell mit dem Micro für 1nen Boli zum Hostel fahren und abgehts entspannen. Das Hostel(Bodenga)  in Santa Cruz (in dem wir einmal im Monat umsonst ein Wochenende verbringen dürfen) besitzt einen Pool, damit war der erste Abend schon einmal  gelungen!

Die Freiwilligen aus Puerto Quijarro (Leo,Tinka,Fabi und Conny) hatten extra Eis für uns gekauft.  Am nächsten Tag ging es dann morgens los in einen großen Wasserpark. Mit Fabi im Taxi ab zu Andrea, einer Freundin die ich aus Deutschland kenne, aber in Bolivien wohnt. Sie war vor zwei Jahren  für zwei Monte bei Dinah. Nachdem der Taxifahrer endlich das Haus gefunden hatte ging es dann los. Der Wasserpark war groß, schön aber überraschend leer. Nach einem schönen Tag und Sonnenbrand gab es noch BBQ im Hostel. Sehr sehr lecker und für die Menge an Essen auch relativ billig. Auf jeden Fall lohnenswert. Um 12 ging es dann los feier, vorher muss man hier in Bolivien erst gar nicht los, denn die Discotheken und Bars sind erst nach 12 gut gefüllt. Dann aber wirklich gut gefüllt zum feiern optimal. Eigentlich haben sich fast alle aus dem Hostel uns angeschlossen um ins Ganesha zu gehen, eine Diso nahe der Plaza.  Mit Don, einem Canadier aus Ottawa habe ich mich auf anhieb gut verstanden. Wir hatten auch genug Zeit jeden möglichen Scheiß zu reden, da Clara unbedingt darauf bestand zu laufen, anstatt ein Taxi zu nehmen was zu 20 Minuten laufen führte.

Nach ein „paar“ Bier und ein paar Bekanntschaften später landeten wir um 4 wieder im Hostel. Der Sonntag war dann eher ein lazy Sunday am Pool, was auch mal gut tut. Später noch Eisessen und ein Faultier auf der Plaza sehen. Dieses war später sogar in der Zeitung, echt cool Leider hatte weder Clara noch ich einen Foto dabei.

Nach einem viel zu kurzen Wochenende ging es dann wieder zurück nach Camiri und für mich nach Macharetí. Auch wenn die Arbeit als Gitarren und Englischlehrer Spaß macht freut man sich doch immer auf das Wochenende und vorallem auf eine anständige Dusche nicht nur aus Eimer 😉

Dazu fällt mir ein echt schönes Zitat ein aus dem Buch „Reise durch einen einsamen Kontinenten“ von Andreas Altmann (auf jeden Fall lesenswert. Ich habe es in 2 Wochen gelesen und das mag was heißen..) : „…aber hier in Südamerika sind die Sitten weniger fein als dort, wo man sich die feinen Sitten erlauben kann.“.

Am Freitag den 2.11 ist hier in Bolivien ein Nationalfeiertag, weswegen ich ab Donnerstag schon frei hatte. Todos Santos nutzen die Bolivianer um die Toten zu ehren. Alle wandern Freitag abends mit Kerzen, Kränzen und Blumen zum Friedhof.

Dort ist eigentlich schon den ganzen Tag was los, viele campen an den Gräbern oder sitzen einfach nur auf Stühlen davor. Auch ein kleiner Gottesdienst fand statt. Doch anstatt es in Ruhe zu tun, so wie man es in Deutschland tuen würde, feiern die Bolivianer ein bisschen mehr. Es gibt etwas Musik und vor dem Friedhof kann man sich Essen, Trinke und Süßigkeiten kaufen. Für die Kinder gibt es ein großes Trampolin du Spielsachen. Ein kleines Volksfest zu ehren der toten also.  Genau an diesem Wochenende waren wir in Villa Montes, der heißeste Stadt Boliviens. Und die Gerüchte über diese Stadt stimmten! Selbst im  Schatten schwitze man bis in die Nacht hinein. Zum Glück konnte man es in unserer residencia „Don Lucho“ dank Ventilatoren gut aushalten.

Villa Montes liegt 2 Stunden von der Argentinischen Grenze entfernt, was mir am Donnerstagabend ein gigantisch gutes, argentinisches Steak bescherte. Da war auch der stolze Preis von 40 Bolivianos (4 Euro, soviel wie unser Zimmer) egal. Am Freitag wanderten wir durch einen nahe gelegenen Nationalpark. Wunderschöne Felswände umrahmten üppiges Grün und einen großen Fluss, der in Potosí entspringt. Da es am Vortag gut geregnet hatte, war das Wasser ziemlich braun und lud nicht dazu ein die Füße baumeln zu lassen. Trotzdem ein lohnenswerter und sehr schöner Ausflug.

Am Abend gab es dann erneut Fleisch vom Grill, einfach genial. Dabei ist hier in Villa Montes eigentlich Fisch die Spezialität.

Diesen gibt es Massenhaft im Fluss (zurzeit leider schon überfischt ). Da der Fluss aber in Potosí, der Bergbaustadt in Bolivien, entspringt weisen die Fische einen hohen Bleigehalt aufL Trotzdem gab es Samstag dann Fisch zum Mittagessen, auch nur zu empfehlen. Am besten und schnellsten kann man diesen in der oberen Etage in der Markthalle genießen, wo es übrigens auch gute Fruchtsäfte und Saltenas  zum Frühstück gibt.

Da Villa Montes das Zentrum des Chacokrieges (1932-1935) war kamen wir auch nicht darum das Museum (heróes del Chaco) zu besuchen, indem die Geschichte und der Triumph Boliviens gegen Paraguay beschrieben werden. Dieses überfiel Bolivien um die Regionen des Chacotieflandes für sich zu gewinnen.  Mit einem Trufi ging es dann zurück nach Camiri, etwas zwei Stunden.  Zwei sehr schöne Städte mit unterschiedlichem Charme, die eine eine Großstadt, die andere eher ein Dorf, in dem Traditionen noch nicht verloren gegangen sind aber trotzdem der Fortschritt schon einhält.

So und jetzt zurück zur Arbeit, noch ein schönes Zitat zum Schluss: „Ein Krieger darf den Kopf nicht hängenlassen, denn dabei würde er den Blick auf den Horizont seiner Träume verlieren“.

Meine Arbeit in Machareti

Am Montag den 24 September hat meine erste Arbeitswoche in Macharetí begonnen. Ich war schon ziemlich gespannt was auf mich zukommt, da ich noch keine Ahnung hatte wo ich schlafe und was meine Arbeit hier sein werden würde. Mit Marcel, einem Lehrer aus Macharetí habe ich erstmal eine Runde durchs Dorf gedreht und mich überall vorgestellt. Die Leute hier sind sehr nett und zuvorkommend und begrüßen einen eigentlich immer. Ich war sehr überrascht, wie viele Schulen es hier gibt. Eine große mit 700 Schülern und dann noch zwei kleine, die eigentlich keine Schulen sondern „Sonderprojekte“ sind. Sogar eine Universität, zwei Internate und ein Kulturhaus sind hier anzufinden. Bei einem eher kleinen Dorf eine Überraschung. Die erste Nacht habe ich in einem kleinen Hotel direkt an der schönen Plaza geschlafen, da mein Zimmer noch nicht fertig hergerichtet war. Während der Zeit hier, werde ich in dem Internat für Jungs schlafen. Das Zimmer ist eigentlich recht groß, allerdings steht noch nicht viel darin. Da die Schule schon relativ früh beginnt stehen hier alle schon um viertel vor 6 auf, was natürlich schlecht für meinen Schlafbedarf ist 😉

Mein Zimmer:)

Essen bekomme ich auch mehr als genug bei Marcel und seiner kleinen Familie. Morgens, Mittags abends und Nachts.

Mein Arbeitstag beginnt eigentlich erst um 3 Uhr, aber da ich schon so früh wach werde gehe ich immer um 9 Frühstücken und mache danach meine Vorbereitung für den Unterricht. Um 12 gibt es dann wieder Mittagessen. Da ich bis um 3 noch nichts zu tun habe schaue ich meistens „Los Simpsons“ im TV An :D. Montags, Mittwochs und Freitags unterrichte ich in 2 Gruppen Englisch von 15:00-16:30 und 16:30-18:00. Da ich nicht an einer Schule unterrichte, ist mein Unterricht freiwillig und die Schüler der Secundaria können sich freiwillig eintragen, genauso für den Gitarrenunterricht Dienstags und Donnerstags auch von drei Uhr bis sechs Uhr. Bis jetzt haben sich auch schon einige eingetragen, vor allem der Gitarrenunterricht ist beliebt. Um 6 gibt es dann noch ein Abendessen, da ich nochmal ran muss. Montags und Dienstags habe ich Gitarrenunterricht von sieben bis halb neun und danach noch Tanzunterricht (jeden Tag von Montag bis Freitag). Das macht eigentlich echt Spaß, da man so auch viel von der Kultur kennenlernt. Mittwoch und Donnerstagabends unterrichte ich dann noch Englisch von neun bis zehn an einer Schule, an der Schüler Unterricht nehmen, die noch keinen Schulabschluss haben. Hier habe ich zwei Klassen mit Schülern zwischen 17 und 35 Jahren.  Es gibt also genug zu tun hier und meine Arbeit macht mir auch Spaß, auch wenn es bis jetzt noch schwierig ist auf Spanisch zu unterrichten.  Die Plaza in Machareti:

und meine „Schule“:

 

Zum entspannen gehe ich immer gern auf eine kleine Anhöhe, auf der auch die Kirche steht. Von hier kann man immer gut das ganze Dorf sehen und auch die Berge ringsherum. Ein sehr schöner Ausblick!

 

 

In meiner zweiten Arbeitswoche konnte ich nur Montags Unterricht geben, da etwas sehr tragisches passiert ist. Als ich Montag Nachmittags noch vor der „casa de cultura“ saß und mit ein paar Schülern redete, schlug plötzlich aus dem Nichts ein Blitz 30 Meter gegenüber auf den Schulhof ein. Zuerst waren alle geschockt, genauso wie ich. So etwas lautes habe ich noch nie in meinem Leben gehört und das 30 Meter vor mir! Die ganzen Schüler liefen wie verrückt umher. Plötzlich lief ein Lehrer los in Richtung Schule. Als ich genauer hinschaute sah ich Menschen auf dem Boden liegen. Insgesamt sechs. Bevor ich reagieren konnte wurden die ersten schon zum Krankenhaus getragen, das zum Glück direkt neben der Schule ist. Viele Schüler weinten und hatten Angst, da man nicht wusste was noch passiert. Es hatte weder geregnet, noch war ein Gewitter in Aussicht. Ein wenig später hat sich das halbe Dorf vor dem Krankenhaus versammelt. Als viele anfingen zu weinen wusste ich was los war.  Noch nie in meinem Leben habe ich so etwas erlebt, dass direkt vor meinen Augen zwei Menschen sterben. Ein Junge und ein Mädchen, beide Schüler (11 und 16 Jahre alt).  Es herrschte eine Totenstille im Dorf, was natürlich selbstverständlich ist. Später verkündete der Bürgermeister, dass die Woche keine großen Aktivitäten mehr stattfinden werden. Also hatte ich nichts mehr zu tun und mir blieb nichts anderes mehr übrig als nach Camiri zurück zu fahren, was mich natürlich auch freut. Allerdings nicht unter diesen Umständen. Ich hoffe ich muss so etwas so schnell nichtmehr erleben.

Auf denn!

Ankunft in Camiri

Endlich los, ankommen in Camiri. Darauf haben sich eigentlich alle gefreut. Die drei Wochen in Sucre waren zwar sehr schön, aber man hatte immer das Gefühl noch nicht richtig  angekommen zu sein. Nach einem halben Tag in Santa Cruz und 16 Stunden Flotafahrt ging es dann endlich weiter nach Camiri. Obwohl man auch von Santa Cruz noch 4-5 Stunden nach Camiri benötigt, hatte man trotzdem das Gefühl gleich da zu sein. As wir in die Stadt fuhren, war ich erst einmal überrascht wie groß Camiri ist. Aber bei 40000 Einwohnern hätte ich das eigentlich erwarten müssen. Das Hostel befindet sich am Stadtrand und ist deshab sehr ruhig gelegen. Von außen sieht es eher unscheinbar aus, aber es ist echt schön. Eine große Küche, ein Wohn/Esszimmer und zwei Schlafräume für die Voluntarier. Das Einzelzimmer wird derzeit von Rider bewohnt, der gerade hier in Camiri studiert. Oft kommen seine Kumpels vorbei und fragen uns ob wir mit eine Party wollen.

Das ist eigentlich ziemlich praktisch, da wir so ein bisschen in das Leben integriert werden. Dann gibt es noch zwei Zimmer, die derzeit leer stehen, da die Oma, die darin wohnt in Santa Cruz im Krankenhaus ist. Eigentlich bisschen doof, da etwas mehr Platz niemandem schaden würde. Im Garten, der sehr schön und groß ist, gibt es eine kleine Hühnerkolonie die manchmal sehr nerven kann da am Morgen um die Wette gekräht wird. Meine Slackline konnte ich auch gleich aufhängen…

Als ich hier ankam, habe ich gleich am ersten Abend von Arturo, dem Bolivianischen Chef von „Hostelling International“ erfahren, dass ich gar nicht hier in Camiri sondern in einem kleinen Dorf namens „Macharteí“ arbeiten werde. Natürlich war ich erstmal überrascht, da ich die ganzen Zeit dachte ich werde in Camiri arbeiten. Naja…Erstmal hatte ich eine Woche Zeit um mich ein bisschen an Camiri zu gewöhnen, was nicht ganz leicht war, denn gleich am zweiten Tag hatten wir krass 43 Grad. Anscheinend kann es manchmal bis zu 50 Grad geben. Nichteinmal die drei Mädels, die schon seit 3 Wochen hier sind (Clara, Annie und Shari) hatten sich  bis jetzt an die Hitze gewohnt. Während die anderen schon fleißig eingewiesen wurden hatte ich wie gesagt noch eine gechillte Woche in Camiri, aber a Freitag ging es dann los.

Nach Macharetí benötigt man mit dem Bus 1 ½ Stunden, deshalb bin ich auch nur am Wochenende in Camiri. Das ist ein bisschen schade, da ich mich gerade erst daran gewöhnt habe hier im Hostel zu wohnen. Nach einem Tag in Macharetí  stand fest, dass ich noch keine Feste Unterkunft hatte und so bin ich dann doch übers Wochenende nach Camiri gefahren. (Zu Macharetí später mehr).  Hier in Camiri gibt es einen Fluss, in dem man am Wochenende echt gut baden kann (unter der Woche natürlich auch). Auf jeden Fall lohnenswert ein bisschen Zeit dort zu verbringen, da auch viele Camirianer dort baden. Auch die alte Brücke hier in Camiri lohnt es sich zu besuchen, wenn man mal ein bisschen Zeit hat.

Leider geht ein Wochenende hier in Camiri sehr schnell rum und so ging es Montag morgens los nach Macharetí. Auf geht’s, meine erste Arbeitswoche beginnt!

Im Bus nach Machareti mit Tee im Kuhorn von dem Busfahrer 🙂

 

Sucre- eine Stadt zum verlieben

 

Mein  Aufenthalt in Sucre war auf jeden Fall der Hammer.  Heute fahre ich weiter nach Santa Cruz und dann nach Camiri. Irgendwie ist es auch ein bisschen traurig, da ich in Sucre viele Leute kennengelernt habe und mich schon etwas eingelebt habe.

Auch den Spanischunterricht mit Amalia werde ich vermissen, da er trotz den vielen Hausaufgaben Spaß gemacht hat und Amalie so ziemlich die beste Lehrerin war die ich bis jetzt hatte. Am letzten Unterrichtstag haben wir einen Ausflug zur Glorieta gemacht, dem „Schloss“ von Sucre. Zum Abschied haben wir (Conny, Alicja und Ich) Amalia ein Mäppchen geschenkt in das wir unsere Namen eingenäht haben.

Gestern war wieder eine riesen Fiesta in Sucre, die von morgens 10 bis morgens um 4 Uhr ging. Die ganzen Tänzer waren sehr beeindruckend, genauso wie das Feuerwerk, das die Bolivianer anscheinend sehr lieben. Die ganze Nacht wurde geschossen und das mit riesen Batterien, die bei uns wahrscheinlich gar nicht erlaubt sind.  Einige Male gingen die Raketen, hinter uns, auch auf dem Boden  los. Wir saßen zusammen mit unseren Spanischlehrern auf einer Tribüne direkt an der Plaza, von wo aus man alles perfekt sehen konnte. Bis 12 haben wir das Spektakel verfolgt und sind dann noch in die Standartbar der Voluntarier gegangen, dort arbeitet Marco der Deutsch studiert und deshalb immer mit uns mitfeiert. Zu 11 in einem Taxi sind wir dann noch ins „Mitos“ gefahren, eine der zwei guten Discotheken in Sucre.

Miss Bolivia!

Ein guter Abschluss, einer spitzen Zeit in Sucre. Ich freue mich wieder hierher zurück kommen zu können.

Fiesta in Potosi

An diesem Wochenende(31.8-1.10) wird in Potosi, die Stadt der Minenarbeiter, der Geburtstag des Stadtheiligen gefeiert. Am Samstag wurden wir vom Spanischunterricht befreit und konnten uns so Freitags auf den Weg nach Potosi machen. Die Stadt liegt auf 4000 Metern Höhe und ist bekannt für ihren Bergbau. Bevor die Spanier der Stadt ihren Reichtum raubten, war Potosi die reichste Stadt der Welt. Sie hätten mit ihrem Silber eine Brücke von Potosi bis nach Spanien bauen können.  Auch heute noch, ist noch etwas von dem früheren Glanz zu sehen allerdings ist die Stadt dennoch etwas herunter gekommen und man kann sehen, dass die Bevölkerung sich teilweiße aufgegeben hat.

Mit  einem Minibus sind wir bequem und  schnell ans Ziel gekommen. Um zu unserem Hostel zu gelangen, das 40 Bolivianos pro Nacht kostet (umgerechnet 4 Euro!), mussten wir uns erst einen Weg durch den Markt und die Feststraßen kämpfen. Angekommen haben wir unsere Rucksäcke abgestellt um sofort zum Fest zu gehen, welches ein wenig einem Faschingsumzug in Deutschland ähnelt. Gefeiert wird von morgens 10:30 bis in die frühen Morgenstunden.  Bier kann an den kleinen Läden  am Straßenrand gekauft werden. Die Kostüme sind extrem Farbenfroh und müssen für viele Tänzer eine echte Herausforderung sein, da sie fast ununterbrochen damit tanzen müssen.

Als Europäer ist man eine fast so große Attraktion wie die vielen Tänzergruppen aus der ganzen Umgebung.  Ich wurde deshalb öfters mal von den Tänzerinnen zum mittanzen aufgefordert, was natürlich auch echt Spaß macht 😉 Der einzige Nachteil der Fiesta ist, dass die ganzen Restaurants geschlossen haben und man so das Essen auf der Straße kaufen muss. Zum Glück hat sich mein Magen nicht beschwert und lecker schmecken tut es ja trotzdem.

Nach anstrengendem Feiern durch den Sauerstoffmangel ging es dann ab ins Bett, obwohl das Fest noch bis morgens weiter ging.

Nach einem Frühstück mit jugo de naranja un mate de coca gingen wir wieder los um zu feiern. Da die Tänzer, die sich Samstags aus den ganzen Schulen und Betrieben aus Potosi bildeten sich erst einfinden mussten gingen wir erstmal noch über den Markt, auf dem es alles mögliche, wie Gitarren und Schuhe und Mützen zu kaufen gibt. Um 2 ging es dann richtig ab, man wusste garnichtmehr wohin man schauen sollte. Teilweiße wusste man nicht richtig ob man auf einem Brasilianischen Karneval war oder doch in Bolivien, was natürlich auch Vorteile hatte, da viele Tänzerinnen bauchfrei waren ;).

Da dieser  Sonntags ein Autofreier Tag in Bolivien ist, mussten wir leider schon um 6 Uhr heimfahren, da wir sonst festgesessen wären. Dank Coca  brachte uns der Fahrer sicher wieder zurück nach Sucre. Es hat sich mehr als gelohnt über das Wochenende nach Potosi zu fahren, denn so ein Spektakel sieht man auch hier in Bolivien nicht jeden Tag.

Auf Bald!

Lucas